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 Umbauten

 

Grundsätzlich sind die Phasen eines Umbau kein Ist-Zustand sondern der Übergang in eine weitere Teilfertigstellung!

Derzeitige Attribute und Werte meiner Teilfertigstellung:

 

Fahrwerk...

Überhaupt Informationen zu bekommen ob und wie bei einer Motorradgabel der Federweg zu verändern ist bzw. welche Alternativen bestehen war fast unmöglich.

Jeder Mechaniker hat meine Fragen zu dem Thema belächelt und als undurchführbar bezeichnet. Eigentlich hat mich erst die Transalp Website ermutigt mittels Try and Error diesen Umbau zu machen. Am Anfang stand erst mal das schwierige Unterfangen, die  Gabel ohne Spezialwerkzeug zu zerlegen, denn die Kolbenstange muß gehalten werden damit die Schraube am Tauchrohrende gelöst werden kann. Bei einigen Schraubern hat ein Besenstiel gereicht, ich habe mittlerweile vier komplette Motorradgabeln zerlegt, wovon sich leider keine  mittels eingeschlagenem Besenstiel kontern ließ. Meine Lösung war ein Rohrsteckschlüssel mit passendem Außensechskant oben für eine Nuss (27mm) und unten für die Kolbenstange (29mm). Mit diesem Hilfsmittel stand der Zerlegung und Vermessung der Gabelkomponenten nichts mehr im Wege.

 

Nach dem ich die Einzelteile der 660er Gabel vermessen hatte, besorgte ich mir Informationen über die Maße der 750er Gabel. Das Resultat hat mich in sofern überrascht, das eigentlich nur in der Länge Differenzen bestanden, alle anderen Maße (Durchmesser, Materialstärke) waren identisch. Eigentlich wäre ein Komplett-Umbau der Gabel die einfachste Lösung gewesen, wenn nicht dieses leidliche Thema TÜV anstehen würde. Deshalb entschied ich mich für den Teilumbau und benutzte hierfür die Kolbenstange (15mm länger) und die Standrohre (5mm länger) der Super Ténéré. Das schöne daran ist, das diese Teile nicht mit einer Typenbezeichnung oder Teilenummer gekennzeichnet sind, der Unterschied liegt nur in den Maßen! Damit hatte ich die Original Gabel um insgesamt 20mm verlängert. Scheint unspektakulär ist aber ein riesiger Unterschied zum Original. Zeitgleich wurden innerhalb des Umbaus alle Verschleißteile erneuert und natürlich die linearen Federn gegen Progressive WP Federn getauscht.  Die Viskosität des Gabelöls habe ich beibehalten allerdings die Ölmenge dem gestiegenem Volumen angepasst, statt 669cm habe ich 680cm verwendet. Allerdings strebe ich als zukünftiges Projekt den Umbau auf eine XR 600 Gabel an. Eine ausführliche Beschreibung wird nach erfolgreicher Bauphase folgen.

Damit die Fahrwerkgeometrie nicht aus dem Gleichgewicht gerät muß jetzt auch der Hub des Hinterrades angepasst  werden. Leider kann bei der Ténéré nicht ohne größere Probleme die Umlenkhebelei verändert werden, bleibt also nur der Dämpfer übrig. Da ich schon einen WP-Dämpfer mit AB hatte, der überarbeitet werden sollte, war nach einigen Telefonaten mit Hersteller und Fachfirmen klar, das der Dämpfer verlängert werden kann. Das Problem welches sich jetzt stellte, war die maximale Länge des Dämpfers. Dafür habe ich die Schwinge vom Dämpfer gelöst, bis zum Anschlag nach unten geklappt und die Lücke zwischen Dämpferauge und Dämpferaufnahme vermessen (13mm). Der Dämpfer wurde nach meinen Angaben um 12mm verlängert. Die Federwege vorne und hinten habe ich zwar noch nicht vermessen, aber ich schätze folgende Maße Bodenfreiheit über 300mm, Hub des Rades vorne 235mm, Hinten 250mm. Da sich die Fahrwerksgeometrie nie ganz bei behalten läßt, sollten die Veränderungen vorsichtig und eingehend geprüft werden. In meinem Fall, bin ich von dem Ergebnis begeistert. Sie ist Spurstabiler, wahrscheinlich ist der Radstand etwas länger als im Original, verliert aber nicht die Handlichkeit. Das "Hochgeschwindigkeits"pendeln ist selbst mit TKC 80,  hohem Kotflügel und Gepäck bis zur Endgeschwindigkeit nicht mehr vorhanden.  Grundsätzlich kann ich den Austausch der Gabelfedern und des Federbeins empfehlen, die Zubehörkomponenten der verschieden Hersteller bieten alles nötige auf sehr hohem Niveau, die Qualität der Konkurrenten ist fast gleichwertig weshalb der Geldbeutel und die persönliche Vorliebe das Kaufkriterium sein wird. Allerdings sollten nur Gabelfedern ohne Vorspannhülsen benutzt werden, da die Hülsen als starre Komponente die Bewegungsfreiheit  der Feder und die Progressivität einschränken. 

 

Lager..

                      

Da ich mein Motorrad komplett zerlegt hatte habe ich direkt das Lenkkopflager und Schwingenlager getauscht. Bei meiner Recherche zu diesem Thema bin ich auf die Website von Emil Schwarz gestoßen ( http://www.emilschwarz.de/ ). Hier wird sehr detailliert erklärt, wie und weshalb der Verzug in den Lagern entsteht und beseitigt werden kann. Da mir allerdings die Schwarz-Lager zu teuer, seine Erläuterungen jedoch logisch erschienen, habe ich mir über den Fachhandel die entsprechenden Lager besorgt. Da diese Lager und Lagerschalen die Original-Maße aufweisen musste ich die Lagersitze im Lenkkopfrohr und Schwinge durch einen Fachbetrieb präzise auffräsen lassen. Damit waren die Lagersitze jetzt im Übermaß und hundertprozentig rund. Nachfolgend habe ich dann die Lagerschalen im Lenkkopf mit Loctite Lager- und Buchsenkleber eingeklebt. Achtung, beim Auftreiben des Kegelrollenlagers auf die untere Gabelbrücke ist Fingerspitzengefühl gefragt, ist das Lager erst mal verkanntet, war die ganze Arbeit umsonst.

            

An der Schwinge habe ich das Gleitlager gegen ein Nadelrollenlager getauscht und mir die beiden Lagerbuchsen auf das Maß der neuen Lager drehen lassen. Damit habe ich ebenfalls spielfreie Lager in beiden Drehpunkten, welche auch wesentlich zur Fahrstabilität beitragen.

 

Luftfilterkasten...

Da die Ténéré werksseitig vom Luftvolumen über die Sauganlage unterversorgt ist und in Höhen ab 1500-1800 M/NN unter akuter Luftnot leidet, habe ich den Luftfilterkasten etwas manipuliert. Hhmm, klingt illegal - ist es auch! Deshalb nur außerhalb des öffentlichen Straßenverkehrs einsetzbar. Für den Umbau habe ich den Ansaugschnorchel komplett entnommen und die bestehende Öffnung bis zum eigentlichen Luftfilter erweitert. Ein Dremel mit  Trennscheibe ermöglicht Schnitte bis an die Seitenwände, die Öffnung im Deckel des Luftfilterkasten ist jetzt so groß wie das abgebildete Lochblech. Durch diese Maßnahmen wird a) das Volumen vergrößert, b) der Luftdurchsatz verbessert und c) die Verwirbelung im Kasten verringert.  Zur Dämpfung des Sauggeräusches und gleichzeitig als Vorfilter habe ich unter der oberen Abdeckung ein grobes Schleifvlies eingelegt welches auf auf einem Lochblech liegt, damit es nicht vor den eigentlichen Luftfilter gesaugt wird.

Den Original Filter habe ich gegen einen K&N Filter getauscht, den ich im Straßenbetrieb ohne Filteröl benutze. Zusätzlich ist die Kurbelwellenentlüftung vom Luftfilter abgekoppelt in einen separatem Behälter umgeleitet worden. Da eine Leistungssteigerung immer voraussetzt, das auch die Abgasanlage der gesteigerten Frischluftzufuhr angepasst wird, sollte mindestens ein Leistungskrümmer kombiniert mit Originalauspuff oder Sebring Endtopf montiert werden. Um bei dem neuen Verlauf des Luftstroms nur geringe Mengen Schmutz anzusaugen habe ich eine Neopren-Abdeckung zwischen Luftfilter und hinterem Kotflügel angebracht (siehe Tipps+Tricks). Die Geräuschentwicklung ist nach dieser Modifikation ab 4000 U/Min allerdings nicht gerade Geringfügig.

 

Elektrik-Trick

Leider ist der Doppelscheinwerfer der Ténéré serienmäßig mit einem H4 Scheinwerfer rechts für Abblendlicht und einem H1 Scheinwerfer links für Fernlicht versehen (von vorne betrachtet). Dabei kann man gerade auf einem Motorrad nicht zuviel Licht haben. Natürlich kann schon durch andere Leuchtmittel, wie z.B. Osram white oder blue Laser, eine höhere Lichtausbeute erzielt werden, aber warum damit zufrieden geben, wenn da mehr drin ist. Mehr drin, durch die Nutzung beider Scheinwerfer als Abblend- und Fernlicht! Wobei zwei Alternativen möglich sind, zum einen einfach in den H1 Scheinwerfer eine H4 Birne einsetzen und verkabeln. Das ist allerdings nicht STVO- konform, da das H1 Fernlicht eine andere Streuscheibe besitzt als das H4 Abblendlicht. Die zweite ist die legale Variante, hierbei wird der H1-Scheinwerfer gegen einen H4-Scheinwerfer getauscht. Aber wie? – Die hier beschriebenen Lösungen sind alle machbar, allerdings habe ich für mein Projekt dankbar die Hilfe von Christof angenommen, der den kompletten Umbau für mich durchgeführt hat.

Der Königsweg:

Die Yamaha TDR 125 ist mit einem baugleichen Lampenhalter versehen, besitzt aber bereits zwei H4 Scheinwerfer, somit kann der komplette Scheinwerfer incl. Halter getauscht werden. Oder der Linke wird einzeln bei Yamaha nachgekauft (ca.70,-€) Artikel Nr. 5AN 8432 A00 und dann gegen den H1 Scheinwerfer ausgetauscht.

Die Bastlervariante:

Hierfür werden zwei komplette Doppelscheinwerfer (Typ 3LD- 20 247) benötigt! Achtung alle jetzt folgenden Arbeitsschritte sind irreparabel! Zuerst wird aus beiden Doppelscheinwerfern jeweils ein H1 und H4 ausgebaut. Dann wird vom H1-Scheinwerfer vorsichtig der äußere Reflektor-Ring mit den Haltepunkten (links) abgetrennt. Als nächstes werden bei dem H4 Reflektor vorsichtig die Halter abgetrennt. Der abgetrennte H1 Reflektor-Ring wird mit Silikon auf den H4 Abblendscheinwerfer geklebt und nun zum Aushärten mit Gurtbändern o.ä. verspannt. –Achtung die Reflektoren müssen so verklebt werden, das nach dem Einbau die Bezeichnung „TOP“ auf der Streuscheibe auch wirklich oben ist!!

Wem das auftrennen des Reflektors zu aufwendig oder zu brachial erscheint, kann versuchen die H1 und H4 Streuscheibe aus dem Reflektor zu hebeln. Dafür wird zuerst die Verbundmasse zwischen Scheibe und Reflektor vorsichtig und sorgfältig herausgekratzt. Dann wird dieser Spalt genutzt um ein Hebelwerkzeug anzusetzen. 

 

 

 

Alternativ kann man auch einen H4 Scheinwerfer mit 130 mm Durchmesser ( ca. 25,- € incl. Kabel und Leuchtmittel) bei Louis kaufen, der dann wie bereits oben beschrieben in den abgetrennten H1 Reflektor-Ring geklebt wird. Nach erfolgreichem Umbau werden  in beide Scheinwerfer H4 Glühlampen (evtl. + 50%) eingesetzt (12V 60/55W). Den Glasteil nicht mit den Fingern berühren, Schweiß und Fettspuren verringern die Lebensdauer der Lampe. 

Die Verkabelung erfolgt nach der Farbkodierung lt. Skizze, wobei ein Stecker mit den Original Kabeln des Kabelbaums verdrahtet wird und dann von hier aus auf den zweiten Stecker überbrückt wird. Da die Kabel jetzt mit 120/110 Watt statt vorher 60/55 Watt belastet werden, sollte ein zusätzliches Massekabel angeschlossen werden.    

 

 

 

Roadbookhalter

die Idee war nicht neu und ist ein Plagiat der "Mapbox". Mir hat einfach gut gefallen, daß dieses Konzept die Möglichkeit bietet Kopien von Straßenkarten oder Karten-Ausdrucke zu nutzen. Somit erübrigt sich die Anschaffung eines Tankrucksack mit Kartenfach, die sowieso nicht auf den Tank der XTZ passen. Ich habe diesen Prototyp an der Mittelstrebe des Lenkers montiert, wodurch eine gute Übersicht gegeben ist, man kann auf die Karte gucken ohne den Straßenverlauf aus dem Blick zu verlieren. Nachteilig ist allerdings, daß durch die Größe, die Zugänglichkeit des Choke und des Öltanks eingeschränkt werden. - Diese Probleme gilt es noch zu lösen! Die wesentlichen Bauteile sind, Alugußgehäuse (Elektrofachhandel), Aluröhrchen( Ø 8mm), Edelstahlrändelschrauben (M6), Makrolon.  Zuerst wird die Makrolonplatte auf Maß geschnitten, dann die Schraublöcher gebohrt, anschließend wird das Alugehäuse mit zwei 7mm Bohrungen versehen. Auf der gegenüberliegenden Innenseite des Gehäuses werden zwei Metallbuchsen zur Führung der Rohre verklebt. In die Aluröhrchen werden zwei Edelstahlhülsen mit M6 Innengewinde eingeklebt, die der Aufnahme der Rändelschrauben dienen. Die Aluröhrchen sind an den beiden Bohrungen durch Gummitüllen abgedichtet, die Rändelschrauben werden mit Schraubensicherung versehen und von außen verschraubt. Ausführliche Bauanleitung zu dem Thema Roadbookhalter, hier klicken!  

Mittels Umlenkungen aus Alustäben (Ø 6mm) wird der sichtbare Kartenausschnitt auf des Maximum vergrößert. Aus einer 3mm starken PU-Schaummatte, die auf den Rand geklebt, dann innen und außen am Gehäuse entlang weggeschnitten wird, entsteht die Deckeldichtung. Die Halterung für die Mittelstrebe ist aus einem Alublock gefräst worden, etwas überdimensioniert aber es funktioniert. 

 

 

 

 

 

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